Assoziierte Projekte, Leuchtturm 1

DiPredict

DiPredict treibt die KI-gestützte Weizenzüchtung in Sachsen-Anhalt voran. Vom Datenpunkt zur Sorte: DiPredict kombiniert Drohnensensorik und Künstliche Intelligenz, um Weizen gezielt resilienter gegen Trockenstress zu machen.

Drohnenüberflug über Weizenversuchsfelder in Sachsen-Anhalt im Rahmen des DiPredict-Projekts zur digitalen Phänotypisierung

Projektbeschreibung

DiPredict – Digitale Intelligenz für den Weizen von morgen

Weizen ist die wichtigste Kulturpflanze in Sachsen-Anhalt – und steht vor enormen Herausforderungen: Insbesondere zunehmende Trockenstressereignisse verlangen nach Sorten mit stabilen Erträgen unter schwierigeren Bedingungen. DiPredict entwickelt hierfür ein einzigartiges System aus digitaler Phänotypisierung, KI-gestützter Modellierung und gezielter Selektion, um die Züchtung klimaresilienter Weizensorten grundlegend zu beschleunigen.

Herzstück des Projekts ist ein multidimensionaler Datacube, in dem Sensordaten aus multi-temporalen Drohnenüberflügen, Genomsequenzen sowie Boden- und Wetterdaten fusioniert werden. Verschiedene Drohnenbasierte Sensoren (darunter Multi-/Hyperspektralkameras, LiDAR und Thermalsensoren) erfassen ein diverses Set an Weizengenotypen an zahlreichen Standorten in Sachsen-Anhalt, ergänzt durch Versuche zur Modellierung der Wassernutzungseffizienz im Plantarray-System am JKI Quedlinburg. Mithilfe von maschinellem Lernen und weiteren KI-Methoden werden daraus Vorhersagemodelle für Genotyp×Umwelt -Interaktionen entwickelt, die Züchtungsunternehmen eine schnellere, gezieltere Auswahl von Genotypen zur Sortenentwicklung ermöglichen. Darüber hinaus werden Rückschlüsse gewonnen, zu welchen Bedingungen welche Sensorik mit maximaler Effektivität eingesetzt werden kann, um den Transfer in die praktische Züchtung zu ermöglichen.

DiPredict-Projektwebseite

DiPredict wird im Rahmen des Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

Logo Sachsen-Anhalt und EU Flagge

Ziele

  • Entwicklung KI-gestützter Vorhersagemodelle für Genotyp×Umwelt -Interaktionen in der Weizenzüchtung
  • Aufbau eines regionalen Netzwerks für hochdurchsatzfähige UAV-gestützte Feldphänotypisierung
  • Züchtung trockenstresstoleranter Weizensorten für die Modellregion Mitteldeutschland und darüber hinaus
  • Stärkung Sachsen-Anhalts als Vorreiterregion für Sensordaten-gestützte, klimaangepasste Pflanzenzüchtung

 

Partner

Forschungspartner
• Julius Kühn-Institut, Institut für Resistenzforschung und Stresstoleranz, Quedlinburg
• Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Professur für Pflanzenzüchtung
• Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Informatik
• Hochschule Anhalt, AG Digitale Technologien in der Pflanzenproduktion, Köthen

Industriepartner
• Compolytics GmbH, Barleben
• RAGT 2n S.A.S., Wernigerode

Förderdauer

01/2025 – 12/2027 (Förderrichtlinie: Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE))
Verbundkoordinator:in
Dr. Andreas Maurer
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften, Professur für Pflanzenzüchtung

Wassernutzung sichtbar machen - Echtzeit-Einblicke in die Wassernutzung von Weizenpflanzen im PlantArray-System

Das innovative PlantArray-System von Plant DiTech wird genutzt, um über den Tagesverlauf im 3-Minuten-Takt und unter kontrollierten Bedingungen das Gewicht, und somit den Wasserverbrauch, von bis zu 120 Weizenpflanzen gleichzeitig zu erfassen. Dadurch sind Rückschlüsse auf die Wassernutzungseffizienz spezifischer Genotypen in Abhängigkeit verschiedener Trockenstressszenarien möglich. Da die Stressszenarien individuell programmiert und automatisch umgesetzt werden können, lässt sich der Trockenstress gezielt steuern, wodurch die Vergleichbarkeit mit Feldbedingungen verbessert wird. Ziel ist schlussendlich die Vorhersage der Wassernutzungseffizienz anhand multispektraler Daten unter Verwendung statistischer und maschineller Lernmodelle.

Kontakt:
Julius Kühn-Institut (JKI) Quedlinburg
Institut für Resistenzforschung und Stresstoleranz

Dr. Andreas Stahl
andreas.stahl@julius-kuehn.de

Solmaz Khosravi
solmaz.khosravi@julius-kuehn.de

Dr. Gwendolin Wehner
gwendolin.wehner@julius-kuehn.de

Sebastian Warnemünde
sebastian.warnemuende@julius-kuehn.de

Projektleiter:in
Dr. Andreas Stahl
Julius Kühn-Institut (JKI) Quedlinburg, Institut für Resistenzforschung und Stresstoleranz
Portrait Stahl

Computerbasierte Bildanalyse – automatisierte Extraktion von agronomisch relevanten Merkmalen durch Computer Vision

Die Identifikation wichtiger agronomischer Merkmale ist eine der Kernkompetenzen bei der Entwicklung neuer Sorten in der Pflanzenzüchtung. Um diese Aufgabe zu objektivieren und hochdurchsatzfähig zu machen, sollen bildanalytische Methoden entwickelt werden, um die Ährenanzahl sowie die Krankheitsresistenz des Weizens basierend auf Bilddaten zu quantifizieren. Dazu sollen neben klassischen RGB-Aufnahmen auch Hyperspektral- und LiDAR-Sensoren hinzugezogen werden. Die so entwickelten Modelle sollen dann der Weizenzüchtung zugänglich gemacht werden.

Projektleiter:in
PD Dr. Birgit Möller
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Informatik, AG Bildanalyse
Portrait PD Dr. Birgit Möller

Prädiktion von Pflanzeneigenschaften: Drohnen sehen, was das Auge nicht erkennt

Im Rahmen des Projekts soll die sensorgestützte Evaluierung von Trockenstresstoleranz für Weizen optimiert und hochdurchsatzfähig gemacht werden. Die Hochschule Anhalt erforscht und entwickelt unter Nutzung einer Versuchsanlage für Unterflurbewässerung der DLG am Standort Bernburg-Strenzfeld Kl-basierte Methoden zur zuverlässigen sensorgestützten Erkennung von Trockenstress unter Freilandbedingungen. Einen besonderen Schwerpunkt stellt der Einsatz von drohnen- und flugzeuggestützter hyperspektraler Sensorik in unterschiedlichen Wellenlängenbereichen zur Erkennung von Trockenstresssymptomen und der physiologischen Reaktionen der Kulturpflanzen dar.

Projektleiter:in
Prof. Dr. Uwe Knauer
Hochschule Anhalt, AG Digitale Technologien in der Pflanzenproduktion

Maschinelles Lernen: Aus Datenbergen werden Züchtungswerkzeuge

Millionen Datenpunkte sind nur dann wertvoll, wenn sie intelligent verknüpft werden. Compolytics entwickelt Algorithmen, die multimodale Daten aus Spezialsensorik zur Modellierung agronomisch relevanter Merkmale verwendet. Die nicht-invasiven Methoden ermöglichen es so, Einblicke in die Stressphysiologie von Pflanzen zu gewinnen, um besonders resiliente Genotypen zielgerichtet identifizieren zu können. Die Modelle lassen sich auf neue Genotypen oder andere Kulturarten übertragen, ohne vollständiges Neutrainieren (Transfer Learning). Damit entsteht eine KI-Infrastruktur, die weit über den Weizenanbau hinaus nutzbar ist.

Projektleiter:in
Prof. Dr. Udo Seiffert
Compolytics GmbH, Barleben
Portrait Prof. Dr. Udo Seiffert