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DiP auf den DLG-Feldtagen 2026: Bioökonomie im Versuchsfeld erleben

Messestand von DiP Sachsen-Anhalt bei den DLG-Feldtagen mit Pagode, Ausstellungsmaterialien, Veruschparzellen und Gesprächen mit Besuchenden.

Wie können Pflanzen künftig mehr leisten als die Produktion von Lebensmitteln? Welche Rolle spielen Digitalisierung, Pflanzenzüchtung und neue Wertschöpfungsketten für eine nachhaltige Landwirtschaft? Antworten auf diese Fragen gab der Forschungsverbund DiP Sachsen-Anhalt: Digitalisierung pflanzlicher Wertschöpfungsketten vom 16. bis 18. Juni 2026 auf den DLG-Feldtagen in Bernburg-Strenzfeld.

Erstmals war der DiP-Verbund mit einem eigenen Stand im Versuchsfeld (Stand VF41) vertreten. Gemeinsam mit zahlreichen Projektpartnern zeigte DiP direkt vor Ort, wie Forschung entlang pflanzlicher Wertschöpfungsketten entsteht – von der Pflanzenzüchtung über den Anbau und die Verarbeitung bis hin zu neuen Anwendungen für Industrie, Gesundheitswirtschaft und regionale Bioökonomie.

Forschung dort zeigen, wo Landwirtschaft Zukunft gestaltet

Die DLG-Feldtage gehören zu den wichtigsten Treffpunkten für Landwirtschaft, Pflanzenzüchtung und Agrarforschung in Deutschland. Für DiP bot die Veranstaltung mitten in der eigenen Modellregion die ideale Plattform, Forschung unmittelbar im landwirtschaftlichen Umfeld sichtbar zu machen und mit Landwirt*innen, Unternehmen, Politik, Beratungsdiensten und interessierten Besucher*innen ins Gespräch zu kommen.

An allen drei Messetagen standen unterschiedliche Themenschwerpunkte im Mittelpunkt. Drei kompakte Pop-up-Talks, interaktive Exponate in und an der Pagode sowie lebende Versuchsparzellen und Kräuter-Schaubeete boten zahlreiche Anknüpfungspunkte für den fachlichen Austausch zwischen Forschung und Praxis.

Die Highlights aus dem Versuchsfeld

1. Agroforst: Digitalisierung für nachhaltige Anbausysteme

Den Auftakt bildete am 16. Juni der Pop-up-Talk „Agroforst digital gedacht“ des Projekts DiP-SMART Agroforst. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Agroforstsysteme einen Beitrag zu klimaresilienter Landwirtschaft und regionalen Wertschöpfungsketten leisten können.

Im Talk sowie auf der Versuchsparzelle mit Pappelstecklingen und einer Pflanzmaschine des Praxispartners Lignovis wurde u. a. demonstriert, wie digitale Werkzeuge Landwirt*innen dabei unterstützen, geeignete Flächen für Agroforstsysteme zu identifizieren und gleichzeitig neue Verwertungswege für das anfallende Holz zu planen. So wurde deutlich, wie ökologische Leistungen und wirtschaftliche Perspektiven miteinander verbunden werden können.

2. Heil- und Gewürzpflanzen: Klimafitte Sorten für neue Märkte

Am 17. Juni standen Heil- und Gewürzpflanzen im Fokus. Die Projekte DiP-OptiLamia und DiP-NA-WIR präsentierten, wie digitale Züchtungsansätze und Künstliche Intelligenz dazu beitragen, den Anbau von Majoran, Salbei, Thymian und weiteren Arznei- und Gewürzpflanzen an veränderte Klimabedingungen anzupassen sowie die Etablierung neuer klimastabilerer Kulturen, wie z. B. Rosmarin, mit der Gewinnung neuer hochwertiger Wirkstoffe zu verknüpfen.

An lebenden Pflanzen in Hochbeeten konnten Besucher*innen die Kulturen unmittelbar erkunden. Gleichzeitig wurde erläutert, wie genomische Verfahren sowie KI-gestützte Analysen künftig helfen, klimaangepasste Sorten zu entwickeln und den optimalen Erntezeitpunkt für hohe Wirkstoffgehalte zu bestimmen. Damit eröffnen sich neue Perspektiven für die regionale Wertschöpfung und innovative Anwendungen pflanzlicher Inhaltsstoffe.

3. Gesunde Erbse, starke Ernte

Der dritte Messetag widmete sich der Körnererbse. Im Pop-up-Talk „Gesunde Erbse, starke Ernte“ stellte das Projekt DiP-DiPisum gemeinsam mit dem Julius Kühn-Institut (JKI) aktuelle Ergebnisse der Resistenzforschung vor.

Im Fokus standen bodenbürtige Krankheiten wie Fusarium und deren Auswirkungen auf den Erbsenanbau. Anhand von Laborproben und den unmittelbar angrenzenden Versuchsparzellen wurde anschaulich gezeigt, wie moderne Genomforschung und Pflanzenzüchtung dazu beitragen, langfristig widerstandsfähigere Sorten und stabilere Erträge für eine heimische Proteinproduktion zu ermöglichen.

Forschung im Dialog

Neben den Pop-up-Talks bot der DiP-Stand an allen drei Tagen zahlreiche Möglichkeiten zum persönlichen Austausch. Forschende der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, des Julius Kühn-Instituts (JKI), des Leibniz-Instituts für Pflanzenbiochemie (IPB), des Leibniz-Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) sowie weiterer Partnerinstitutionen erläuterten ihre Arbeiten und diskutierten mit den Besucher*innen über aktuelle Herausforderungen und Zukunftsperspektiven der Bioökonomie. Dabei konnten die Fachbesucher*innen im Rahmen einer Umfrage des Helmholtz Umweltforschungszentrums (UFZ) auch mithelfen, konkrete Zukunftsbilder zu entwerfen, in denen die pflanzliche Wertschöpfung branchenübergreifend nachhaltige Impulse setzt.

An den Parzellen präsentierten weitere DiP-Projekte Forschungsergebnisse:

  • von digitalen Anwendungen im Zuckerrübenanbau (DiP-ZAZIkI),
  • über alternative Ölpflanzen (DiP-SuSaKlim),
  • simulierte Feldraine für mehr Biodiversität (DiP-FaiReSyst),
  • KI-gestützte Qualitätsbewertung und resiliente Anbausysteme für Nutzhanf (DiP-iQ-Hanf),
  • die Nutzung pflanzlicher Nebenströme (DiP-Tres2Cera)
  • die innovative Erschließung einer veganen Quelle für Vitamin D3 (DiP-DiPlanD)
  • bis hin zur digital unterstützten Erweiterung der Wertschöpfungskette des Johanniskrauts (DiP-HyperSpace).

Gemeinsam wurde deutlich, wie vielfältig die Ansätze innerhalb des Verbundes sind und wie sie das gemeinsame Ziel verfolgen, neue pflanzliche Wertschöpfungsketten für eine nachhaltige Bioökonomie als Treiber einer umfassenden wirtschaftlichen Transformation in Sachsen-Anhalt zu erschließen.

Erfolgreicher Auftritt auf den DLG-Feldtagen

Der gemeinsame Messeauftritt des DiP-Verbundes stieß auf großes Interesse. Zahlreiche Besucher*innen nutzten die Gelegenheit, sich über aktuelle Forschungsarbeiten zu informieren, Fragen zu stellen und mit den Wissenschaftler*innen ins Gespräch zu kommen.

Der intensive Austausch zeigt, wie groß der Bedarf an digitalen Lösungen, klimaangepassten Anbausystemen und neuen bioökonomischen Wertschöpfungsketten in der Praxis ist. Die DLG-Feldtage boten dafür den idealen Rahmen: Forschung wurde direkt im Versuchsfeld erlebbar und dort diskutiert, wo ihre Ergebnisse künftig Anwendung finden – im Austausch mit Landwirtschaft, verarbeitenden Industrien und Praxis. Mit seinem  gemeinsamen Auftritt auf den DLG-Feldtagen präsentierte sich der DiP-Verbund einmal mehr als zentraler Kompetenzhub für Forschung zur digitalisierten pflanzlichen Bioökonomie in Sachsen-Anhalt.